Gemeindebibliothek Kahl am Main

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Unterfränkischer Vorposten am Untermain

Kurz vor der bayerisch-hessischen Landesgrenze ist in Kahl am Main (Lkrs. Aschaffenburg) ein neuer attraktiver Bibliotheksbau entstanden. Bei der Einweihungsfeier der Gemeindebibliothek am 27. Oktober 2007 bezeichnete der Würzburger Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die Gemeinde sozusagen als Vorposten Unterfrankens im Rhein-Main-Gebiet. Nach der Fertigstellung des Mehrzweckgebäudes mit Bibliothek in nur zwei Jahren Bauzeit hat die Gemeinde Kahl am Main die Ortskernsanierung unter Einbeziehung von Grund- und Teilhauptschule mit Musikschule, Volkshochschule, Pfarrkirche und der Verlegung der Hauptstraße abgeschlossen und dabei einen neuen Ortsmittelpunkt geschaffen. Damit ist auch die Odyssee der Gemeindebibliothek beendet, die jahrelang unter engen Räumlichkeiten zu leiden hatte und im Jahr 2000 bayernweit Negativrekordhalterin bei der größten Mediendichte pro Quadratmeter war.

In dem neuen Gebäude ist die Bibliothek gemeinsam mit der Gaststätte „Am Dorfplatz“ und einem auch für Bibliotheksveranstaltungen nutzbaren Multifunktionsraum untergebracht. Im Untergeschoss befindet sich eine Tiefgarage, von der aus Besucher barrierefrei mit dem Aufzug in die gesamte Bibliothek gelangen können.

Durch raumhohe Glasfenster hindurch einsehbar, präsentiert sich der Thekenbereich mit Blick auf den zentralen Gemeindeplatz nach außen hin einladend mit Bibliothekscafé, Ausstellungsvitrine, OPAC, Zeitschriftenangebot und Präsentationsregal. Unmittelbar vor dem Gebäude steht ein „Solitär“ genannter weiterer gläserner Anbau mit Ausstellungsraum, der auch als Bühne genutzt werden kann.

Für Internetplätze, Romanbereich, Lese- und Arbeitsplätze, Sachbücher, Medientröge für CDs, DVDs und CD-ROMs und einen kombinierten Kinder- und Jugendbereich ist im ersten Stock ausreichend Platz. Der Bestand ist in neuen Regalen der Firma institut für bibliothek design gmbh mit grauem Metallrahmen und Buchefachböden aufgestellt, die gut mit dem Parkettboden harmonieren. Durch eine ebenso übersichtliche wie kompakte Regalaufstellung und die Teilmagazinierung ist es gelungen, den Bestand auf der im Verhältnis zu kleinen Nutzfläche (324 qm) funktional zu präsentieren. Die formenstrenge Möblierung wird im Kinder- und Jugendbereich mit bunten Sitzsäcken aufgelockert, die unübersehbaren Aufforderungscharakter haben und zum Schmökern einladen. Große offene Fensterfronten tauchen die Bibliothek in ein freundliches Licht und machen einen großzügigen hellen Eindruck. An einen Wintergarten erinnert der Bereich der Arbeitsplätze. An den Fenstern im ersten Stock gelegen, ergeben sich von dort ansprechende Ausblicke auf den neu gestalteten Gemeindeplatz. Die Räume im Dachgeschoss sind für Vereine und Jugendarbeit vorgesehen.

Die Bibliothek präsentiert sich in ihrem neuen Ambiente als ein Ort der Begegnung für alle Generationen und kann durch die räumliche Nähe zur Schule einen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag zur Leseförderung leisten. Mit zahlreichen Veranstaltungen (Autorenlesungen, Bibliotheksübernachtungen für Kinder, Besuch der Buchmesse in Frankfurt für Schüler, Leseclub für Kinder, Literarisches Frühstück, dreitägige Kulturreisen) hat die Bibliothek auch schon vor dem Umzug unter ihrer bisherigen Leiterin, Frau Marianne Lauer, großes Engagement und kulturelle Kompetenz bewiesen. Die Bibliothek wird dabei von einem rührigen Bibliotheksförderverein unterstützt, der zur Eröffnung einen Scheck über 5.000 Euro spendierte.

Mit der neuen Leiterin, Diplom-Bibliothekarin Nicole Köster, beschäftigt die Gemeindebibliothek seit März 2007 erstmals eine ausgebildete Bibliothekarin, die gemeinsam mit dem Bibliotheksteam auf einer soliden Grundlage aufbauen kann und in der Fortentwicklung des Bibliothekskonzeptes eine sicherlich reizvolle und lohnende Aufgabe finden wird.

Regierungspräsident Dr. Beinhofer ging in seiner Festrede ebenfalls auf die Zweckbestimmung der Gemeindebibliothek ein: „Es freut mich, dass die Gemeinde Kahl am Main den Bildungsauftrag für ihren Nachwuchs ernst nimmt und einen wirklich umfangreichen Lesestoff anbietet. Natürlich bezieht sie zusätzlich elektronische Medien mit ein und verknüpft diese geschickt mit dem traditionellen Bildungsangebot. Bestens vorbereitet für die Bedürfnisse der Besucher, wird die Bibliothek damit dem Anspruch eines modernen Medienzentrums gerecht und eröffnet ihren Lesern eine Welt des Wissens und der Unterhaltung in sehr angenehmer Atmosphäre.“

(Stephan Niemeyer)
 

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