Bücher können brennen, Gedanken nicht

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Lesenacht in der Stadtbücherei Regnitz zum Gedenken an die Bücherverbrennungen vom Mai 1933

Mit einer langen Lesenacht erinnerte die Stadtbücherei Pegnitz im Mehrgenerationenhaus am 25. April 2008 an die schauerliche Aktion der Bücherverbrennungen vor 75 Jahren.

Zum Auftakt hatten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf dem Marktplatz vor dem Neuen Rathaus eingefunden. Dort setzten die Schüler der Klasse 9 b der Realschule Pegnitz das schreckliche Szenario in Form eines kleinen Theaterstücks eindrucksvoll um.

Unter dem Motto „Bücher können brennen, Gedanken nicht“ erinnerte Bürgermeister Thümmler an die Geschehnisse von 1933. Ca. 12.400 einzelne Buchtitel hätten auf der Schwarzen Liste gestanden und rund 3.000 deutschsprachige Schriftsteller und Publizisten mussten als Folge der Verfolgungs- und Rassenpolitik den nationalsozialistischen Machtbereich verlassen – ein Exodus, von dem sich die Literatur in Deutschland nie mehr erholt habe.

Die Fortsetzung der Veranstaltung folgte in der Stadtbücherei, die bis auf den letzten Platz besetzt war. In einer brillanten Rede führte Jan Burdinski, Schauspieler und Intendant des „Fränkischen Theatersommers / Landesbühne Oberfranken“, die Zuhörer an das Thema heran, bevor bekannte Bürger aus verfemten Büchern vorlasen. Landrat Dr. Klaus Günther Dietel aus Bayreuth hatte eine Kurzgeschichte von Stefan Zweig im Gepäck, Bundestagsabgeordnete Anette Kramme widmete sich ihrem Lieblingsautor Kurt Tucholsky. Weiter lasen Herbert Scherer Bert Brecht, Dekan Dr. Gerhard Schoenauer Erich Kästner, seine Frau Ulrike Schoenauer Elke Lasker-Schüler und Anna Seghers, der Redaktionsleiter des Nordbayerischen Kuriers Stefan Brand Egon Erwin Kisch und der Vertreter der Nordbayerischen Nachrichten Frank Heidler Erich Maria Remarque. Etliche Zuhörer harrten bis nach Mitternacht in der Bücherei aus, um noch die drei letzten Beiträge zu hören. Diesen Part hatten Krammes Kollege im Bundestag Hartmut Koschyk mit Ringelnatz, Dr. Barbara Pittner vom Theatersommer mit Anne Frank sowie Andrea Giesbert, Leiterin der VHS Pegnitz, mit Arthur Schopenhauer übernommen.

Mit Liedern von Erich Kästner bot Phillipp Riedel am Klavier den musikalischen Rahmen für die Veranstaltung. Schließlich konnten sich die interessierten Besucher auch auf ausführlichen Schautafeln des Hauses der Bayerischen Geschichte über die Geschehnisse von damals informieren.

Martina Hofmann

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Weitere Informationen (Mehrgenerationenhaus mit Stadtbücherei)

Kontakt:
Stadtbücherei Pegnitz
Lkr.: Bayreuth (Oberfranken)
Tel.: 0 92 41 / 7 23 – 73
Fax: 0 92 41 / 7 23 – 38
buecherei@stadt-pegnitz.de

Ansprechpartner/in:
Martina Hofmann (Kulturamt)
Martina.Hofmann@stadt-pegnitz.de

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