Bärfuss, Lukas: Hundert Tage

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Bärfuss, Lukas:
Hundert Tage : Roman / Lukas Bärfuss. –
Göttingen : Wallstein, 2008. – 197 S.
ISBN 978-3-8353-0271-6 fest geb. : 19,90 EUR

April 1984: In Kigali, der Hauptstadt Ruandas, tobt der Bürgerkrieg. Die Weißen werden evakuiert und verlassen fluchtartig das Land. Nur David, ein Schweizer Entwicklungshelfer, versteckt sich und verbringt 100 Tage in der Hölle von Ruanda – die Nahrungsmittel werden knapp, das Wasser ist vergiftet. Der tiefere Grund seines Bleibens, trotz hoher Lebensgefahr, ist eine afrikanische Frau, mit der er vier Jahre lang zusammengelebt hat und von der er vermutet, dass sie sich vielleicht noch irgendwo in Kigali versteckt hält.

David lässt die vergangenen Jahre Revue passieren, die Zeit, die er in Kigali als Entwicklungshelfer verbracht hat. Er deckt auf, dass die Schweiz in guter Absicht Millionen in ein totalitäres Regime investiert hat, das schließlich, als es seine Macht schwinden sah, einen Völkermord organisierte. Ebenso ist das Buch eine Abrechnung mit der naiven und in großen Teilen gutgläubigen Praxis der Schweizer Entwicklungshilfe.

Lukas Bärfuss, Jahrgang 1971, erzählt ein dunkles Kapitel der Geschichte Afrikas und er schildert das Schicksal von Menschen, die etwas Gutes bewirken wollten, letzten Endes aber auch mitverantwortlich sind für den größten Genozid seit 1945. Das gut recherchierte, spannend zu lesende Buch, ist ein politischer Abenteuerroman mit einer intensiven Liebesgeschichte.

Dietmar Wild

Rezensionsnotizen bei Perlentaucher

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