Weblogs als neuer Informationskanal für öffentliche Bibliotheken?!

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Web 2.0 macht es möglich: Jeder kann im Internet mitmachen, Webseiten publizieren, seine Ideen in einen Blog schreiben, Podcasts erstellen oder Videos ins Netz stellen.

Insbesondere Weblogs sind eine neue Möglichkeit, auf einfache und kostengünstige Weise Informationen zu veröffentlichen. Zentraler Bestandteil eines Weblogs ist ein RSS-Feed. Nach festgelegten Standards aufgebaute Dateien können unabhängig vom Betriebssystem mit kostenfreien Programmen (Feed-Readern) gelesen werden. Über einen reinen RSS-Feed hinaus ermöglicht ein Weblog die inhaltliche Erschließung durch Kategorien und Schlagworte. Außerdem können Nutzerinnen und Nutzer Kommentare abgeben und so miteinander kommunizieren.

Eine solcher „Nachrichtensammler“ (z.B. Bloglines) zeigt ohne den Aufruf der veröffentlichenden Website an, wann neue Informationen vorhanden sind (vgl. fett gedruckte Einträge im Screenshot). Da immer mehr Anbieter Weblogs oder RSS-Feeds anbieten, wird ein Feed-Reader zur persönlichen Nachrichtenzentrale, in der die Nutzerinnen und Nutzer ihre Abonnements verwalten können.

Dieses Symbol in der Browserleiste zeigt an, wenn auf einer Website Nachrichten zum Download angeboten werden. Die aktuellen Versionen aller Browser können auch Feeds und Weblogs verwalten.

Vorteile und Möglichkeiten:

  • Weblogs sind in der Regel kostenlose Angebote, die ohne Mithilfe einer EDV-Abteilung realisiert werden können. Es müssen keine systemverändernden Programme installiert werden
  • Ein aktueller Browser und eine Internetanbindung reichen für Einrichtung und Betrieb aus
  • alle Einträge werden chronologisch (mit dem aktuellsten beginnend) angezeigt. So ist ein schneller Überblick zu neuen Beiträgen möglich
  • alle Einträge können durch Kategorien und Schlagworte (= Tags) erschlossen werden
  • ein Weblog lässt sich für die Nutzerinnen und Nutzer mit einem Feed-Reader (bloglines.com, google.reader usw.) sehr einfach abonnieren
  • die Arbeit verteilt sich auf verschiedene Personen, die mit unterschiedlichen Rechten ausgestattet werden können
  • langfristig können Weblogs einen Newsletter ersetzen. Dies spart Ressourcen bei der Erstellung und der Abonnentenverwaltung
  • viele aktuelle Meldungen, für die es keine Verbreitungsmöglichkeit gegeben hätte, können Sie jetzt an interessierte Leserinnen und Leser weitergeben (z.B. Nachrichten mit tagesaktuellem Bezug zu Büchern oder Autorinnen und Autoren: Verfilmungen, Preise und Auszeichnungen)
  • ein Weblog bildet auch das „Schwarze Brett“ mit allen internen Ankündigungen, wie z.B. Schließungstagen, Verloren/Gefunden usw. im Internet ab
  • so können auch weniger mobile Nutzerinnen und Nutzer aus dem Umland am aktuellen Geschehen in der Bibliothek teilhaben

Voraussetzungen:

  • Internetzugang
  • Bereitschaft, regelmäßig Nachrichten und Informationen zu veröffentlichen (1 bis 2 Meldungen pro Woche)

Der Verfasser führt auch selber Fortbildungen zum Thema „Weblogs einrichten und betreiben“ durch. Bei Interesse an einem Workshop wenden Sie sich bitte an Ingrid Schneider (ingrid.schneider@bsb-muenchen.de). Falls Nachfrage besteht, kann eine weitere Veranstaltung angeboten werden.

Beispiele:
Weblog der Landesfachstelle (www.oebibonline.wordpress.com)
Weblog der Stadtbibliothek Straubing (www.weblog.stadtbibliothek-straubing.de),
s. auch unter „Aus den Bibliotheken“ auf ÖBiBonline
Weblog der Stadtbücherei Stuttgart (www.stuttgart.de/stadtbuecherei/rss.html)

Anbieter von kostenlosen Weblogs (Auswahl):
www.wordpress.com
www.blogger.de
www.blogspot.com
Feed-Reader (Auswahl):
www.bloglines.com
www.google.de/reader
Firefox 3.0
Internet Explorer 7.0

Eckhard Kummrow

Begriffserklärung „Weblog“ in Wikipedia
Begriffserklärung „RSS-Feed“ in Wikipedia

Schlagwörter:

3 Antworten to “Weblogs als neuer Informationskanal für öffentliche Bibliotheken?!”

  1. Edlef Stabenau Says:

    „Anbieter von kostenlosen Weblogs (Auswahl)“: Hier würde ich Bloglines schleunigst entfernen! Es stimmt zwar, dass dort ein Weblog enthalten ist, aber ich habe in den letzten 5 Jahren niemanden gesehen, der so ein BL-Blog ernsthaft nutzt. Empfehlenswert ist es auf gar keinen Fall….
    Dann schon lieber blogger, blogspot, twoday usw.

  2. Landesfachstelle Says:

    Lieber Herr Stabenau,
    danke für die Anmerkung, die wir gerne umsetzen

  3. witzik Says:

    seit kurzem auch ein Beispiel aus Oberfranken, der Weblog der Stadtbücherei Hof: http://www.stadtbuecherei-hof.de/blog

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